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Über den Tod schwätzt mr nicht? Doch! – Unser Gespräch im Podcast „Bissle Me“

Über den Tod spricht man nicht besonders gerne.

Man schiebt das Thema gerne ein Stück nach hinten. Es gibt immer noch etwas anderes zu tun. Und solange es uns selbst oder unsere Familie nicht betrifft, scheint es auch nicht unbedingt notwendig zu sein, sich damit auseinanderzusetzen.

Genau deshalb haben wir uns gefreut, als Philipp und Micha vom schwäbischen Podcast „Bissle Me“ mit uns über ein Thema sprechen wollten, das uns seit vielen Jahren begleitet: den Tod, Abschied, Trauer – und natürlich auch über unseren Beruf als Bestatter.

 

Die neue Folge trägt den passenden Titel: „Über den Tod schwätzt mr nicht? Doch!“

 

Und tatsächlich wurde es ein Gespräch, in dem über vieles gesprochen wurde, was sonst vielleicht unausgesprochen bleibt. Über unseren Alltag, über Vorurteile gegenüber dem Bestatterberuf, über persönliche Erfahrungen, ungewöhnliche Situationen und darüber, warum bei einer Bestattung durchaus auch einmal gelacht werden darf.

 

Ein Beruf, den man sich nicht unbedingt aussucht

Bestatter zu sein war für Michael nicht unbedingt der große Berufswunsch aus Kindertagen.

Harter Bestattungen ist ein Familienunternehmen. Michaels Eltern haben den Betrieb übernommen und über viele Jahre aufgebaut. Mit der Übernahme der zweiten Generation im Jahr 2005 wurde aus dem Familienbetrieb schließlich auch ein gemeinsames berufliches Zuhause für Michaela und Michael.

Michaela kam ursprünglich aus einem ganz anderen beruflichen Bereich.

Zum Bestattungsberuf brachte sie aber etwas mit, das sich nicht in einem Lehrbuch lernen lässt: eigene Erfahrungen mit Abschied und Verlust und eine große Empathie für Menschen.

Heute sind wir ein eingespieltes Team.

Und genau das ist etwas, das uns in unserer Arbeit wichtig ist: Trauer braucht Persönlichkeit.

 

Hinter einem Bestattungsunternehmen stehen keine anonymen Abläufe. Da stehen Menschen, die andere Menschen in einer außergewöhnlichen Lebenssituation begleiten.

 

Was macht ein Bestatter eigentlich den ganzen Tag?

Eine der Fragen im Podcast war genau diese.

Und die Antwort darauf ist deutlich umfangreicher, als viele vermuten.

Das klassische Bild vom Bestatter besteht häufig aus Abholung, Überführung und Organisation einer Beerdigung. Tatsächlich umfasst unser Beruf heute sehr viele unterschiedliche Aufgaben.

Wir beraten, organisieren, begleiten, gestalten Abschiede, kümmern uns um Vorsorge und stehen Angehörigen auch in Situationen zur Seite, in denen es keine Standardlösung gibt.

Dabei geht es längst nicht mehr darum, eine Beerdigung nach einem festen Schema abzuwickeln.

Abschiede sind so unterschiedlich wie die Menschen, von denen wir Abschied nehmen.

Und genau diese Individualisierung hat auch die Bestattungskultur verändert. Eine Abschiedsfeier darf heute viel stärker ein Spiegelbild des Menschen sein, um den es geht. Mit Musik, persönlichen Erinnerungen, besonderen Orten, eigenen Ideen und manchmal auch mit Elementen, die man vor einigen Jahren bei einer Trauerfeier noch nicht erwartet hätte.

 

Ja, bei uns darf auch gelacht werden

Das war vielleicht einer der ungewöhnlicheren Punkte im Gespräch.

Kann man in einem Bestattungsunternehmen eigentlich lachen?

Unsere Antwort darauf ist eindeutig: Ja.

 

Denn wenn wir einen Menschen verabschieden, verabschieden wir nicht nur einen Namen und ein Lebensdatum. Wir verabschieden einen Menschen mit seiner ganz eigenen Geschichte.

Und zu einer Geschichte gehören nicht nur schwere Momente.

Da gibt es Erinnerungen, Geschichten, Anekdoten, Eigenheiten und Situationen, bei denen Angehörige trotz aller Trauer irgendwann schmunzeln oder sogar lachen müssen.

Warum sollte das bei einer Abschiedsfeier keinen Platz haben?

Trauer und Lachen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Oft gehören sie ganz selbstverständlich zusammen.

Eine persönliche Abschiedsfeier darf deshalb traurig sein. Sie darf emotional sein. Sie darf still sein.

Und sie darf auch einmal leicht sein.

 

Abschied beginnt nicht erst mit dem Todesfall

Ein weiterer wichtiger Teil unseres Gesprächs war das Thema Vorsorge.

Wir erleben immer wieder, wie gut es Menschen tut, wenn sie sich rechtzeitig mit ihren eigenen Wünschen beschäftigen.

Dabei geht es gar nicht darum, ständig über den eigenen Tod nachzudenken.

Es geht vielmehr darum, Entscheidungen selbst zu treffen, solange man sie selbst treffen kann.

Welche Form der Bestattung wünsche ich mir? Wie soll mein Abschied aussehen? Was ist mir wichtig? Was sollen meine Angehörigen später wissen?

Wer diese Fragen frühzeitig beantwortet, entlastet damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie.

Denn wenn irgendwann der Tag X kommt, müssen Angehörige nicht zusätzlich zu ihrer Trauer zahlreiche Entscheidungen treffen, bei denen sie vielleicht gar nicht wissen, was der Verstorbene eigentlich gewollt hätte.

Vorsorge ist deshalb für uns keine Beschäftigung mit dem Tod.

 

Vorsorge ist ein Stück Selbstbestimmung.

Auch darüber sprechen wir regelmäßig bei unseren Informationsveranstaltungen im Haltepunkt Abschied. Es ist uns wichtig, dass Menschen uns kennenlernen können, bevor sie uns irgendwann aus einem traurigen Anlass heraus brauchen.

 

Was der Beruf mit dem eigenen Leben macht

Eine der spannendsten Fragen im Podcast war für uns die Frage, ob die tägliche Beschäftigung mit dem Tod den eigenen Blick auf das Leben verändert.

Natürlich tut sie das.

Wenn man regelmäßig erlebt, wie schnell sich das Leben verändern kann, bekommt vieles eine andere Gewichtung.

Man ärgert sich vielleicht über Kleinigkeiten – und merkt irgendwann, dass sie eigentlich gar nicht so wichtig sind.

Man nimmt besondere Momente bewusster wahr.

Man schiebt Dinge vielleicht nicht ganz so lange auf.

Und man weiß vor allem eines: Das Leben ist nicht selbstverständlich.

Gleichzeitig bedeutet die tägliche Nähe zum Tod nicht, dass wir ständig traurig sind. Unser Beruf besteht nicht nur aus Tod und Trauer. Er besteht vor allem aus Menschen.

Aus Begegnungen.

Aus Gesprächen.

Aus Erinnerungen.

Aus manchmal sehr stillen und manchmal überraschend humorvollen Momenten.

Und genau diese Mischung macht unseren Beruf für uns so besonders.

 

Warum wir gerne darüber sprechen

Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum wir die Einladung zu „Bissle Me“ gerne angenommen haben.

Wir möchten zeigen, was hinter dem Berufsbild Bestatter steckt.

Nicht, um den Tod schöner zu machen.

Sondern um Berührungsängste abzubauen.

Denn irgendwann betrifft dieses Thema jeden von uns.

Und vielleicht wird es ein kleines bisschen leichter, darüber zu sprechen, wenn man weiß, wer eigentlich hinter einem Bestattungsunternehmen steht und wie diese Menschen arbeiten.

 

Unser Anspruch ist dabei klar: Trauer braucht Persönlichkeit.

Das gilt für unsere Begleitung, für unsere Abschiedsräume und für die Gestaltung von Abschieden. Aber es gilt auch für uns selbst.

Wir sind Michaela und Michael.

Wir sind ein Ehepaar, Geschäftspartner und ein eingespieltes Team. Wir arbeiten gemeinsam und begleiten gemeinsam.

Und manchmal sitzen wir eben auch unter einem Schlafsack und reden über den Tod.

 

Denn genau darum geht es bei „Bissle Me“: über Dinge zu schwätzen, über die man sonst vielleicht nicht schwätzt.

 

Jetzt reinhören

Die Folge von „Bissle Me“ ist seit 14.9.2026 online.

Wer wissen möchte, wie unser Alltag als Bestatter wirklich aussieht, welche Vorurteile es über unseren Beruf gibt, warum bei Abschieden auch gelacht werden darf und was ein gutes Leben für uns ausmacht, dem empfehlen wir: einfach mal reinhören.

Denn vielleicht ist der Tod tatsächlich ein Thema, über das wir viel zu wenig sprechen.

Und vielleicht tut ein ehrliches Gespräch darüber manchmal ganz gut.

„Über den Tod schwätzt mr nicht? Doch!“ – jetzt bei „Bissle Me“.

https://bissle-me.podigee.io/

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